Handlung · Handeln wie die Person, die Du wirst
Prokrastination bei unklaren Aufgaben: Warum Du nicht
Von Redaktion··2 Min. Lesezeit
Warum ist Prokrastination bei unklaren Aufgaben keine Frage der Disziplin?
Weil Disziplin nur ausführen kann, was schon feststeht. Fehlt Dir der Einstieg, hat Deine Disziplin nichts, woran sie ansetzen könnte.
Schau auf Deine Liste. Dort steht vielleicht „Förderung klären“ oder „Preise neu aufstellen“. Das sind Ergebnisse, keine Handlungen. Keine der beiden Zeilen sagt Dir, was Du in der nächsten Minute tust, welche Seite Du öffnest oder wen Du anrufst.
Also tust Du das Naheliegende. Du beantwortest die Mails, die Du beantworten kannst, und die unklare Aufgabe wandert auf den nächsten Tag. Du arbeitest den ganzen Tag, nur an dieser einen Stelle bewegt sich kaum etwas. Das ist kein Mangel an Dir, sondern eine Lücke in der Aufgabe.
Eine Zeile ohne Handlung kann Dich nicht starten.
Woran erkennst Du, ob Dir Klarheit fehlt oder ob Du die Aufgabe meidest?
Ich trenne beide Fälle mit einem einzigen Satz: Schreib auf, was Du als Allererstes tust. Findest Du den Satz nicht, fehlt Dir Klarheit. Steht er da und Du tust es trotzdem nicht, meidest Du die Aufgabe.
Zwei Beispiele. Bei „Förderung klären“ weißt Du nicht, welche Stelle zuständig ist. Dir fehlt eine Angabe, und mehr Anlauf liefert sie Dir nicht. Bei „Kunden wegen der offenen Forderung anrufen“ ist jeder Handgriff klar: Nummer wählen, Sachverhalt nennen. Schiebst Du das auf, geht es um das Gefühl vor dem Gespräch. Das ist Aufschieben, weil es unangenehm ist, und dort brauchst Du ein anderes Werkzeug.
Die Unterscheidung erspart Dir Umwege. Gegen ein ungutes Gefühl hilft Dir keine weitere Recherche. Gegen eine fehlende Angabe hilft Dir kein Zureden.
Wie findest Du in zehn Minuten einen ersten Schritt, der zählt?
Du stellst Dir einen Wecker auf zehn Minuten und beantwortest schriftlich zwei Fragen: Was genau weiß ich nicht? Wer oder was kann es mir sagen? Aus Deiner Antwort machst Du eine Handlung, die Du noch heute abschließen kannst.
Drei Formen reichen Dir fast immer:
- Eine Frage klären: Du suchst die zuständige Stelle für Deine Förderung heraus.
- Eine Person anrufen: Du fragst Deine Steuerberatung, welche Unterlagen sie dafür braucht.
- Drei Stichpunkte notieren: Du schreibst auf, was sich an Deinen Preisen ändern soll, ungeordnet und ohne Feinschliff.
Dein Schritt zählt, wenn danach etwas existiert, das vorher fehlte: eine Antwort, ein Gespräch, drei Zeilen Text. Ein Plan besteht diese Prüfung nicht, denn er verschiebt Deine Handlung nur um eine Stufe.
Du denkst jetzt: Erst muss ich das Ganze durchdenken. Durchdenken kannst Du aber nur, was Du schon weißt. Die fehlende Angabe kommt von außen, und sie kommt erst, wenn Du fragst.
Klarheit ist bei dieser Aufgabe das Ergebnis Deines ersten Schritts, nicht seine Voraussetzung.
Genau diese Reihenfolge übst Du in meiner Challenge: vier Tage, ein greifbarer erster Schritt in Werden, Machen, Haben, kein Verkauf während dieser Tage.
Häufige Fragen
Nein. Du brauchst nur einen Handgriff, den Du heute abschließen kannst. Den Rest klärst Du mit dem, was Dir dieser Handgriff an Antworten liefert.