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Prokrastination und Handy: Warum greife ich zum Telefon, statt anzufangen?

Von Redaktion··2 Min. Lesezeit

Warum greifst Du zum Handy, wenn Du eigentlich anfangen wolltest?

Du greifst zum Handy, weil der Moment vor dem ersten Handgriff der unangenehmste der ganzen Aufgabe ist. Das Telefon beendet dieses Gefühl, sobald Du es entsperrst.

Drei Begriffe, damit wir dasselbe meinen. Der Auslöser ist das Unbehagen, das eine Aufgabe in Dir weckt. Der Ausweg ist das, wozu Du in diesem Moment greifst. Die Erleichterung ist das Nachlassen der Spannung, das Du danach spürst.

Ein Beispiel: Du öffnest das Angebot für einen Kunden und siehst das leere Preisfeld. Ein Preis kann abgelehnt werden. Das spürst Du, bevor Du es denkst. Deine Hand liegt am Telefon, bevor Du irgendetwas entschieden hast. Deshalb merkst Du oft erst viel später, dass Du nur gewischt hast: Es gab keine Entscheidung, die Dir hätte auffallen können.

Ist das Handy schuld an Deiner Prokrastination?

Nein. Das Handy ist nicht die Ursache Deiner Prokrastination, sondern der schnellste Ausweg. Die Ursache ist das Gefühl, das die Aufgabe in Dir auslöst.

Den Unterschied siehst Du, sobald Du das Handy wegsperrst. Das Gefühl bleibt und sucht sich den nächsten Ausweg: Du sortierst Mails, räumst den Schreibtisch auf, überarbeitest eine Vorlage. Du arbeitest den ganzen Vormittag, nur nicht an der Aufgabe, die das Unbehagen ausgelöst hat.

Ich trenne deshalb streng zwischen Ursache und Ausweg. Liegt das Handy weg, wird Dein Weg zum Ausweg ein paar Schritte länger. Die Lücke bleibt trotzdem offen. Warum Du gerade unangenehme Aufgaben meidest, beschreibe ich in Aufschieben, weil es unangenehm ist ausführlicher. Nimmst Du Dir den Ausweg, ohne die Lücke zu füllen, suchst Du Dir einen neuen.

Wie findest Du heraus, vor welcher Aufgabe Du zum Telefon greifst?

Du führst eine Woche lang eine Strichliste. Jedes Mal, wenn Du das Handy in die Hand nimmst, ohne dass es geklingelt oder vibriert hat, schreibst Du eine Zeile auf: die Uhrzeit, die Aufgabe, an der Du gerade warst, und deren ersten Schritt.

Nach sieben Tagen liest Du die Liste von oben nach unten. Taucht dieselbe Aufgabe mehrmals auf, hast Du Deinen Auslöser gefunden. Achte darauf, ob diese Aufgaben ein Urteil von Dir verlangen: einen Preis, eine Absage, eine Zahl in der Buchhaltung.

Für genau diese Aufgabe legst Du vorher den ersten Handgriff fest. Er ist so klein, dass er kein Urteil verlangt. Beim Angebot heißt das: Datei offen, Kundenname eingetragen, die Leistung in einer Zeile beschrieben. Der Preis kommt danach.

Ein Handgriff ist kein Vorsatz. Ein Vorsatz sagt, was Du willst. Ein Handgriff sagt Deiner Hand, wohin sie in der Sekunde geht, in der sonst das Telefon dran wäre. Leer bleibt die Lücke nie. Du entscheidest nur, was hineinfällt.

Dein nächster Schritt: Leg heute einen Zettel neben Deine Tastatur. Die erste Zeile schreibst Du, sobald Du das nächste Mal ohne Anlass zum Handy greifst.

In der Challenge gehst Du diesen Weg vier Tage lang weiter, vom erkannten Muster zu der Person, für die der erste Handgriff normal ist. Die kostenlose Vier-Tage-Challenge ausprobieren

Häufige Fragen

Es macht Deinen Weg zum Ausweg länger, die Lücke schließt es nicht. Ohne vorbereiteten ersten Handgriff weichst Du auf Mails oder Aufräumen aus.

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